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Textzeile "Nachrichten"

Brieftaube

1850 gibt es noch eine Lücke in der Telegrafenverbindung von Paris nach Berlin: Zwischen Aachen und Brüssel müssen die Telegramme per Eisenbahn befördert werden. Die Eisenbahn benötigt dafür 6 Stunden. Brieftauben schaffen die Strecke in 2 Stunden. Paul Julius Reuter organisiert den Brieftaubendienst mit seinem „Institut zur Beförderung Telegraphischer Depeschen“. Schneller und damit aktueller als die Konkurrenz zu sein, ist seit jeher ein zentrales Wettbewerbskriterium im Nachrichtengeschäft.

Auszug aus dem Brieftaubenvertrag:

„Hr Heinrich Geller verpflichtet sich hierdurch dem Reuter behufs einer einzurichtenden Taubenpost zwischen Brüssel & Aachen vierzig wohl dressirte Tauben zu stellen […] Nach Ankunft der Tauben in Aachen hat Hr Geller die Depeschen sofort von den Tauben zu lösen und die Depeschen in eine verschlossene Büchse, von welcher Reuter allein den Schlüssel hat, zu werfen [und] dem Reuter ohne Verzug zu schicken.“

Ein gealtertes, handschriftlich beschriebenes Dokument aus dem 19. Jahrhundert, verfasst auf beigefarbenem Papier. Der Text ist in feiner, leicht verblasster Schrift geschrieben und in mehrere Abschnitte unterteilt. Auf der rechten Seite befinden sich Unterschriften und ein rotes Wachssiegel. Das Dokument weist Spuren von Faltungen und Restaurierungen auf, mit sichtbaren Klebestreifen entlang der Ränder.

Vertrag zwischen Paul Julius Reuter und Heinrich Geller über die Bereitstellung von Brieftauben, 24.04.1850, Museumsstiftung Post und Telekommunikation